Messen haben bei den Herstellern nach wie vor einen hohen Stellenwert. Das belegt z.B. das aktuelle AUMA-Herbst-Pressegespräch. Die deutschen Aussteller wollen ihr Messe-Etats stabil halten, aus gutem Grund. Denn gerade erklärungsbedürftige Produkte wollen kompetent vorgestellt und Designprodukte entsprechend inszeniert werden. Das Internet kann Messen nicht ersetzen – denn die Bündelung des Angebots sorgt für eine Marktübersicht und für haptische Vergleichsmöglichkeiten, die man begreifen, fühlen, tasten und v.a. nicht mit dem Internet vergleichen kann.

Doch das Internet und v.a. Social Media kann Messen ideal ergänzen und in der Kommunikationsstrategie als flankierende Maßnahme zum Erfolg führen. Denn für Networking und Matching ist das Internet und das Social Web ganz besonders, das ideale Medium. Dazu kommt die tagesaktuelle Berichterstattung durch die entsprechenden Kanäle – vom TV-Beitrag bis zum Twitter Channel. Messen werden so zunehmend zu Medienevents, die Ausstellern einen medialen Mehrwert bieten, den sie “alleine auf weiter Flur” nicht hätten. Social Media verbindet hier alle Messebeteiligten. Social Media schafft neue Kontakte in den Bereichen PR, Marketing und Vertrieb, stärkt die eigene Markenpräsenz, ist die Basis für Konversationen, Feedback und einen vollkommen neuen Dialog, den man als “conversational marketing” bezeichnet.

Gerade international ausgerichtete Messen profitieren von diesen Faktoren. Denn Deutschland ist und bleibt eine Exportnation – Messen mit 60% Aussteller-Auslandsanteil sind keine Seltenheit. Der Messeplatz Deutschland ist weltweit die Nr. 1 in der Durchführung internationaler Messen. Mit Twitter, Facebook und LinkedIn bietet das Web 2.0 sehr gut geeignete Kanäle für die internationale Kommunikation. Messen führen da zusammen, was zusammengehört: Produkt und Interessent, Hersteller und Handel, Designer und Journalist oder Blogger. Im Ergebnis ist die Schnittmenge zwischen Messen und Social Media enorm groß. Der soziale, partizipative Charakter liegt beiden zugrunde und ergänzt sich ideal.

Vor allem auch, wenn man Messen mit Social Media Events verbindet und so durch “user-generated content” noch spannender macht. Messen werden so in Zukunft noch mehr zu Plattformen, die als Medienmarken fungieren und die dazu dienen, Menschen zusammenzubringen. Online und offline. Wie das konkret aussieht? BarCamps und Messen sind eine tolle Kombination. Unzählige Fotos in Flickr-Gruppen, mobile Facebook-Uploads und Tweets haben Messen zum Gegenstand und zeigen das rege soziale Leben auf dem Showfloor. Communities und Clans treffen sich auf Messen – die Liste liesse sich beliebig fortsetzen.

Messen werde so nicht nur zu Gesprächsanlässen, sondern auch zu Anlässen, sich zu treffen. Flashmob-artige Besucheranstürme sind da sicher kein Zufall, sondern auch auf das Internet und ganz neue Kommunikationsphänomene zurückzuführen. Vor allem junge Menschen werden plötzlich zu Messefans, eine Zielgruppe die von manchem schon als verloren geglaubt wurde. Sie zu begeistern und mit einem roten Faden an Social Media Events im Vorfeld anzusprechen ist eine Kernaufgabe, die in der Formulierung einer Social Media Roadmap resultieren sollte, die keinem Messeunternehmen heute fehlen darf. Dabei sind es nicht nur junge Zielgruppen, die vermehrt in den Fokus rücken, sondern auch B2B Zielgruppen.

Hier nimmt die Akzeptanz von Social Media-Kanälen mit einem immer jüngerem Management ständig zu – innovative Unternehmen nutzen heute (schon aus SEO-Gründen) zunehmend Kanäle wie Blogs, LinkedIn und XING. Der Long Tail ist auch ein sehr spannendes Betätigungsfeld für Messen, die auch hier Aktivitäten bündeln und im Idealfall in einer Branchen-Community effizient abbilden können. Denn Messebesucher bilden aufgrund des gemeinsamen Branchen- oder Sachinteresses eine Community. Messen erkennen dies zunehmend und machen hier bereits Erfahrungen in einer vollkommen neuen Form des Community Managements. In der Beratungspraxis zeigt sich bereits heute, wie signifikant das Feedback auf die Social Media-Aktivitäten ist. Oder man könnte auch sagen: first mover werden mit quick wins belohnt.

Social Media sorgt so für eine erhöhte Attraktivität eines Messeangebots und einen Differenzierungsvorteil im Wettbewerb – stets nach dem Motto: Community is king.


COMMENTS / ONE COMMENT

[...] Messen und Social Media sind zwei Kommunikationsformate, die sich sehr gut ergänzen und eine sehr g…. Das zeigen die Erfahrungen in der Beratungspraxis. Sehr interessant ist dabei bei der Konzeption einer Social Media-Strategie eine Life Cycle-Analyse. Wo im Lebenszyklus steht die jeweilige Messe? Es gibt junge, stark wachsende und reife Messen. Jede Messe stellt dabei andere Anforderungen an die jeweilige Strategieumsetzung. [...]

Media-Blog » Blog Archive » Messen und Events: Life Cycle-Analyse und Social Media-Planung added these pithy words on Dec 30 09 at 9:39

SPEAK / ADD YOUR COMMENT
Comments are moderated.

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Return to Top

Warum Messen und Social Media eine gute Kombination sind

FRESH / LATEST POSTS

Tagcloud