Döpfner hat seinen Huber (bzw. Media-Blog) gelesen und eine Idee von mir auf dem “Mediendialog” in Hamburg in die Diskussion gebracht: die Gründung einer Verwertungsgesellschaft für Online-Texte. Hintergrund der Inititiative: der v.a. im Web 2.0 vorherrschende Rechteklau, der nicht nur die Umsatzpotenziale der Verlage im Internet erodiert, sondern auch News zum Commodity und quasi wertlosen Google-Futter werden lässt.

Die Initiative zur kolletiven Verwertung, die Döpfner nun prüfen lassen will, umfasst zunächst sechs Printhäuser. Die Kernaussagen wurden im Rahmen einer Resolution auf dem 3. Internationalen Mediendialog in Hamburg vorgestellt:

«Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben», heißt es in der am Montag vorgelegten Erklärung. Sie ist von der Axel Springer AG, Bauer Media Group, Ganske Verlagsgruppe, Gruner + Jahr, dem Spiegel-Verlag sowie Zeit-Verlag unterzeichnet worden. Nur mit Geschlossenheit können wir etwas erreichen, appellierte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner an die im Rathaus versammelten mehr als 500 Medienvertreter. Sie sollen den Gesetzgeber dazu bringen, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage einzuführen.

Man darf also mal gespannt sein, wie sich diese Forderungen umsetzen lassen und inwieweit hier gleiches Recht für alle Autoren (z.B. auch Blogger) gilt.

Die Allianz Deutscher Produzenten in Film und Fernsehen schloss sich übrigens den Verlagen direkt an. Der Branchenverband verlangte ein eigenes Produzentenurheberrecht und einen besseren Schutz für neue Fernsehformate. Ebenso forderte die Musikindustrie in einem Postulat effiziente Ansätze zur Bekämpfung der Internet-Piraterie. “Vom Kopieren können Künstler und Kreative nicht leben!”, hieß es.

Interessant war auch Döpfners Verweis auf die Rezession und den Zusammenhang mit der Initiative für eine Texte-GEMA:

“Gerade weil wir keine Subventionen wollen, benötigen wir Unterstützung beim Schutz des geistigen Eigentums”, sagte Döpfner. Es werde Presse und Pressevielfalt in der digitalen Welt “nur solange geben, wie Presseverleger ihre Investitionen schützen und refinanzieren können”.

Wie mächtig Verwertungsgesellschaften sein können, beweist der Fall “GEMA gegen Youtube”. Nachdem im vergangenen März die Verhandlungen zwischen YouTube und der GEMA über eine Verlängerung ihres Lizenzvertrags zur Nutzung des Repertoires der Musikverwertungsgesellschaft vorläufig gescheitert waren, musste Youtube die entsprechenden Videos sperren.

Sollte Google News oder gar Google als marktführender, hochprofitabler Suchmaschine nun in Deutschland das gleiche Schicksal drohen?

Vielleicht hat ja Herr Döpfner auch diesen Blogbeitrag (interner Titel: “Google 2010“) von mir gelesen und diesen als Weckruf und Anlass für die o.g. Initiative verstanden … das wäre doch sehr positiv und würde mich ausserordentlich freuen.


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[...] Aktualisierung: Lest bitte den Kommentar von Frank, so neu ist das nämlich gar nicht. [...]

Verleger vs. Google: Ein Vorschlag... ⌊⌋·.⌈⌉ kubitz.net added these pithy words on Jul 02 09 at 9:04

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Verlage erwägen GEMA für Online-Texte

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