Männern wird ja nachgesagt, daß Sie dazu neigen, oft nicht zuzuhören. Mit Unternehmen ist es scheinbar ebenso. Denn viele Unternehmen ist es einfach zuviel Aufwand, alles was in Blogs, Internetforen und sozialen Netzwerken über sie verbreitet wird, zu verfolgen und zu analysieren.
Doch wer das nicht tut, läuft Gefahr, schnell den Anschluß an den Dialog zu finden. Oft interessiert viele Unternehmen im Internet nur die Gestaltung ihres eigenen Onlineauftritts. PR 2.0-Experte Klaus Eck hierzu: “Aber das reicht nicht. Man muss herausfinden: Welche Meinungen gibt es über mich? Was kann ich tun, um meinen Onlineruf zu verbessern?”
Der Fachbegriff für eine systematische Analyse lautet: Monitoring. In der einfachsten Variante nutzt man dazu Dienste wie Google Alert oder Technorati.com, gibt dort Unternehmensnamen oder Markennamen ein und lässt sich die Ergebnisse per Mail zusenden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Softwarepakete wie beispielsweise Brandseye, Brandtitan oder Buzzlogic zu installieren, die Webseiten, Blogs und teilweise sogar Videos nach Schlagworten durchforsten.
Doch das stumpfe Abscannen von Suchmaschinen und Websites bringt oft nur die Erkenntnis, das etwas gesagt wurde, aber nicht wer etwas gesagt hat und vor allem wie wichtig diese Person ist. Hier setzen Softwareanbieter wie Radian6 oder Beratungsfirmen wie Weber Shandwick, Kommunikationsagenturen wie Scholz & Friends und spezialisierte Monitoring-Agenturen wie Reputationdefender an.
Deren Vorteil: sie gewichten die Beiträge und identifizieren die wichtigsten Influencer. Denn ein anonym geschriebener Beitrag auf einem weithin unbekannten Forum hat nicht die gleiche Qualität wie die fundierte Kritik eines populären Bloggers. “Nicht alles, was im Netz über ein Unternehmen gesagt wird, ist relevant”, sagt Klaus Eck in der FTD.
Monitoring ist “in”, Microsoft hat eine eigene Abteilung mit mehr als 20 Mitarbeitern, die für ganz bestimmte Themen stehen und diese in Blogs, bei Twitter und in Foren vertreten. Dell betreibt inzwischen mehr als 60 Twitter Channels und managt seine “Konversationen” professionell mit Radian6. Nike betreibt bereits seit langem eine eigene Community und ist Vorreiter in Sachen Conversational Marketing.
Nur wer im Netz aktiv sei, werde im Netz auch ernst genommen, sagt Klaus Eck. Das kostet natürlich Geld und Zeit. Eine Abschätzung wie viele Influencer wie viele Buyer kreiiren gibt es (noch) nicht. Aber es ist anzunehmen, daß eine gute Online-Reputation und das Führen eines aktiven Dialogs den Bekanntheitsgrad steigert und bessere Imagewerte generiert. Den Beweis für einen Twitter-Faktor hat aber auch Klaus Eck noch nicht erbracht und auch Ossi Urchs fordert zwar als aktiver Part in einer Online-Kommunikation aufzutreten, kann aber den Media-ROI auch nicht beziffern.
Eigentlich schade, denn Monitoring geht schon einmal in die richtige Richtung – mal sehen was in Zukunft die Forschung und die Praxis zu dem Thema noch so bringen wird. Die bisherigen Erfolgsgeschichten wie z.B. Dell stimmen aber ganz hoffnungsfroh. Twittern kann sich also – ebenso wie ein professionelles Monitoring – lohnen und zu zusätzlichen Umsätzen führen, besonders in einer Krise bzw. Rezession.
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