Medien-Tycoon Murdoch ist ja bekannt als sehr einfallsreich. Die neueste Idee seiner News Corp. ist die Einführung von Micro payments für Inhalte. Getestet werden soll das neue System beim renommierten Wall Street Journal (WSJ). Doch ist Paid Content wirklich ein Ausweg aus der Free-Content-Falle?

Das wird man ab Herbst sehen, wenn das WSJ sein System von Kleinstzahlungen für einzelne Onlineartikel einführt. Die bisherigen Erfolge mit kostenpflichtigen Komplettabonnements zeigen, dass Leser durchaus bereit sind, für Qualitätsjournalismus pauschal Geld auszugeben. Jetzt will man aber die breite Masse und Gelegenheitsleser erreichen, die momentan nicht bereit sind, mehr als 100 $ pro Jahr für ein vollständiges Onlineabo auszugeben.

Robert Thomson, WSJ-Chefredakteur gibt sich optimistisch und erläutert sein Konzept in der FTD:

Der Preis für einzelne Artikel und sogenannte Premiumabos müsse erst noch festgelegt werden, sagte Thomson. Die geplanten Premiumabos werden sich auf einzelne Themenbereiche beschränken und sich an bestimmte Lesergruppen richten, die sich zum Beispiel für Energie, Rohstoffe, Finanzen oder Vermögensverwaltung interessieren. Premiumabonnenten hätten dann auch exklusiven Onlinezugriff auf Artikel der Nachrichtenagentur Dow Jones. Damit könnten Privatpersonen ein Angebot nutzen, das bislang Firmenkunden vorbehalten ist, unter anderem auch das Nachrichtenarchiv Factiva.

Alle Zeitungen suchen derzeit nach Wegen, ihre teilweise mit massiven Investitionen verbundenen Onlineangebote vom konjunkturell schwankenden Anzeigengeschäft unabhängiger zu machen. Stetige Einnahmen durch Online-Abos oder ein regelmäßiger Umsatz durch Paid Content / Kleinstzahlungen wäre dabei ein großer Fortschritt.

Es gibt aber jetzt bereits Stimmen in USA, die dem WSJ-Modell wenig Erfolgschancen einräumen (”why buy the cow when you can get the milk for free?”).


COMMENTS / ONE COMMENT

Na ja – ich fürchte, dass derartige Modell immer sowohl an den Zahlungsmöglichkeiten als auch an der “Angst nix besonderes zu kriegen” scheitern. Es gäbe sicher tausende von interessanten Informationen für die ich eigentlich bereit wäre einen kleinen Betrag zu zahlen – aber leider weiß ich das eben erst hinterher, nachdem ich die Information gefunden hab, und dann müsste man schon ein Heiliger sein wenn man freiwillig noch ein paar Cent zahlt – wobei dann eben auch noch die Frage ist “Wie könnte ich simpel zahlen”

Heike added these pithy words on May 24 09 at 19:56

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Wall Street Journal plant Micro payments für Inhalte: der Ausweg aus der Free-Content-Falle?

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