Die Casual Connect Europe 2009 in Hamburg war eine sehr interessante und spannende Konferenz rund um das (Mode-)Thema “Casual Games”. “Casual Games” sind Spiele, die mal zwischendurch von Menschen wie Du und ich gespielt werden. Man muss also kein Core Gamer sein, sondern es genügt online ein Browserspiel z.B. zu Hause oder am Arbeitsplatz in einer Pause aufzurufen oder abends in gemütlicher (Familien-)Runde mit der Wii etwas zu bowlen.

Branchenprimus Nintendo hat es vorgemacht wie sich so der Spielerkreis erweitern lässt und auch Nicht-PC-Freaks plötzlich für Spiele zu begeistern sind (Motto:”Runter vom Sofa, rauf aufs Balance Board!“). Core Gamer gibt es zwar immer noch, aber der Trend geht hin zur breiten Masse, die ganz locker (eben “casual”) mit der sonst als etwas freakig und eigenartig anmutenden Spielewelt umgeht und diese zunehmend bestimmt.

Doch zurück zum Thema: die Casual Connect ist deswegen eine interessante Veranstaltung, weil sie als reine B2B-Veranstaltung einen Blick hinter die Kulissen dieser Branche und jede Menge Kontakte erlaubt. Besonders auffällig: auf 10 Spielepublisher kommen 5 Zahlungssystemanbieter. Im Gegensatz zum Kostenlos-Internet, setzt die Spieleindustrie schon lange auf eine professionelle Monetarisierung.

Die Anbieter sind dabei durchaus alle als seriös und kompetent einzuschätzen und der Begriff Business Model ein oft gehörter Begriff. Meist wird über das Thema Marketing, Vermarktung, Distribution und Payment diskutiert – im Kern herrschen aber zwei Business Modelle vor: Free to play/Mikrotransaktionen und Subskriptionen/Abos.

Der Average Customer Lifetime Value (ACLV) kann dabei anhand diverser Stellschrauben und Parameter optimiert werden, alleine die Eliminierung von 1% “false positives” bei Kreditkartentransaktionen kann schon Hunderttausend Dollar und mehr “gewonnenen” Umsatz bedeuten (wobei wir wieder beim Thema Zahlungssysteme sind).

Die Gamesbranche – und das spürt man auch auf derartigen Konferenzen – befindet sich derzeit in einem Umbruch. Weg von den Core Gamern hin zu neuen Zielgruppen, die v.a. Casual Gamer umfassen. Diese sind u.a. eher weiblich und spielen vermehrt online. Das Konzept der neu ausgerichteten Games Convention Online (Leipzig) zielt daher gerade auf diese neuen Zielgruppen, neuen marktbestimmenden Anbieter (wie Gameforge und Bigpoint) und neuen Märkte sowie v.a. neue Distributionsstrukturen.

Am Horizont taucht zudem ein ganz neuer Markt und Absatzkanal auf: der mobiler Endgeräte, die wie das iPhone gerade dabei sind, den Markt enorm zu verbreitern. Denn wir erinnern uns: es gibt weltweit weit mehr Handys als PCs und Konsolen. Und konzeptionell können Spiele- und reale Welt dadurch ineinander verschmelzen:

The convergence of location-based media phones and multi-player gaming into will be the next big thing in handheld computing, producing innovative mixed-reality games of exploration and discovery that combine indoor ‘control centre’ and outdoor ‘cityscape’ activities. — Professor Mike Sharples, Director, LSRI, Nottingham University (via Flowdi)

Es wird also noch einiges im Spielebereich passieren – und bereits heute sind die Top Apps auf dem Apple iPhone Spiele. Die Zukunft der Spiele macht also auf dem Handy immer neue Zielgruppen mobil – man darf gespannt sein, was in Leipzig und auf anderen Spielemessen in diesem Jahr alles neues so vorgestellt wird. Es dürfte wirklich sehr interessant werden und jeder der heute Software-Programmierung oder -Entwicklung betreibt, sollte sich mit dem Thema befassen (Tipp fürs iPhone Game Development: Unity for iPhone Publishing).

Wer sich über aktuelle Entwicklungen in der Games-Szene informieren will, dem ist übrigens der neue Gamesdienst von Thomas Gigold sehr zu empfehlen.


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Casual Connect Europe 2009 in Hamburg – ein (positives) Fazit

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