Mit Nachrichten kann man kein Geld verdienen – so lautet ein weit verbreitetes Vorurteil. Spiegel Online belegt das Gegenteil. Seit 2005 ist Spiegelnet AG profitabel, die Bruttoumsätze liegen laut FTD bei weit über 20 Mio. Euro im Jahr.

Davon blieben selbst im Krisenjahr 2008 rund 4 Mio. Euro Gewinn übrig. Inzwischen zählt Spiegel Online rund 100 Mitarbeiter und man baut das Angebot weiter aus. Demnächst schickt die Redaktion weitere Korrespondenten nach Großbritannien, Indien und Russland.

Eine Erfolgsformel gibt es aber nicht, so Spiegelnet-Chef Fried von Bismarck: “Wir hatten einfach das Glück, dass wir zu einem relativ frühen Zeitpunkt angefangen haben – und danach fast nichts mehr falsch gemacht haben.” Die Belohnung für den First mover: keine große Online-Kampagne kommt ohne Spiegel Online aus:

Die Macht speist sich aus der enormen Reichweite und Reputation. Mit monatlich 5,28 Millionen Unique Usern führt die Homepage das Feld an, vor Bild.de, Welt Online und Focus Online. Für Journalisten ist Spiegel.de die mit Abstand wichtigste Onlinenachrichtenquelle, hat das Branchenmagazin “Journalist” erhoben.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: die starke Online-Reichweite bedroht potenziell den Printabsatz:

Zerstört Online am Ende Print? Diese Angst grassiert überall in der Medienbranche. Auch beim “Spiegel” ist der Ausgang noch offen. Einer der beiden Nachfolger von Müller von Blumencron, Rüdiger Ditz, sagt: “Es ist nach wie vor ein stetes Ringen, um der Marke ,Spiegel‘ gerecht zu werden.” Man nähere sich vorsichtig an, und seit sein Vorgänger als Chefredakteur zum Magazin gewechselt sei, hätten sich “viele Türen geöffnet”. Auch Mediaberater Jansen attestiert: “Die Online-zu-Offline-Verknüpfung funktioniert gut.” Die Site verweist auf die exklusiven Print-Inhalte – und umgekehrt.

Das Denken in Gegensätzen dürfte an sich aber auch falsch sein – wie die zweite sehr erfolgreiche Medienmarke “Bild” belegt. Hier ergänzen sich die beiden Kanäle Print und Online massiv, von Kannibalisierung kann keine Rede sein.

Aber darüber und die 58% Rendite bestimmter Springer Online-Aktivitäten hatte ich ja schon geschrieben.


COMMENTS / 3 COMMENTS

[...] Robert Basic startet nach dem Verkauf seines Basic Thinking Blogs auf eBay jetzt richtig durch. Denn er hat Grösseres vor und möchte mit seinem neuen News-Dienst Buzzriders.com laut Meedia direkt Spiegel Online Konkurrenz machen. Genau, SPON, dem Newsportal das als einer der wenigen Qualitätscontentanbieter (noch) Millionengewinne macht. [...]

Media-Blog » Blog Archive » Der Fall Robert Basic: kann sein Projekt Buzzriders.com den Qualitätsjournalismus retten oder gar revolutionieren? added these pithy words on Feb 19 09 at 14:19

Der Mensch ist Jäger und Sammler und somit sammelt er jede Info die in Interressiert auch im Web daher kann der Spiegel auch mit Nachrichten Geld verdienen.

Wünsche allen Bloggern und allen Interneties ein erfolgreiches Jahr 2009 und mehr Toleranz gegenseitig.

Hallo hier ist schon der Ideenblog.

Also lasst eure Ideen nur so sprudeln.

Gruss Hans.

Hans added these pithy words on Jan 03 09 at 13:24

Bei dem Online-Flaggschiff SPON kann man sehen, wie auch Online profitabel gewirtschaftet wird: Exklusiver und aktueller Content mit redaktioneller Erfahrung gemixt bringt Knete in die Kasse. Von solchen Zahlen können die teilweise hoch defizitären Social Networks nur träumen…

René added these pithy words on Jan 29 09 at 15:32

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Spiegel Online: selbst im Krisenjahr 2008 Gewinn immer noch bei rund 4 Mio. Euro

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