Gestern sah ich abends eine spannende Sendung von Thomas Leif mit dem Titel “Quoten, Klicks und Kohle“. In dem ARD-Feature wurde der Kampf um Marktanteile, Profitchancen und Geschäftsinteressen an vielen Beispielen illustriert und mit den wichtigsten Medien-Managern Deutschlands diskutiert. Alles so schön und so gut.

Doch leider hat man mich nicht interviewt. Denn meine Grundthese kommt der Erkenntnis aus Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern gleich: es gibt keinerlei ökonomisch-theoretisch nachvollziehbare Begründung für eine gesetzliche verankerte Rundfunkgebühr für Internet-PCs und eine damit einhergehende gebührenfinanzierte Präsenz von ARD und ZDF im Internet. Es sei denn man geht von einem bevormundenden, paternalistischen Staat aus, der den Menschen sagen muss, wie und wo man sich zu informieren hat. So wie in der DDR oder Nord-Korea.

Meine Meinung ist da sehr simpel: Das Internet ist die Grundversorgung, wir brauchen keine zweite – v.a. weil Spiegel Online, Bild.de, FAZ.net und die vielen anderen Newsportale sowie Millionen von Blogs mich bestens versorgen.

Wenn ARD und ZDF im Internet was zu suchen haben, dann bitte auf eigene Rechnung – d.h. als Profit Center, das z.B. auf der Basis von Paid Content funktioniert. Oder auch nicht. Das Ausschlussprinzip muss endlich mal angewandt werden. Steve Jobs kann das doch auch – und ist mit seinem profitablen iTMS Marktführer.

Dann baut doch endlich den ARD-Pod, das ZDF-Phone oder ein Social Network namens VZ-DF. Doch dazu ist scheinbar nur der freie Markt in der Lage. Den sollte man sich durchaus mal entfalten lassen und nicht mit Scheinargumenten in die mediale Online-Zentralverwaltungswirtschaft einsteigen.

Wo das hinführt haben wir schon mal erlebt. Wettbewerb ist ein Entdeckungsverfahren – Wettbewerbsverzerrungen sind schädlich. Diese Erkenntnis scheint immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Um so lächerlicher ist der gebührenfinanzierte Kampf um die Zuschauer, wenn man sich seine Ergebnisse ansieht.

Angesichts der Dominanz der US-Anbieter von Amazon über Facebook bis Google sind die Angebote von ARD und ZDF geradezu Zwerge, die transatlantischen Riesen gegenüberstehen. Das letzte (Gebühren-)Aufgebot quasi. Aber der Deutsche weiss mal wieder alles besser – und doch nichts.

Die Diskussion um ARD und ZDF im Internet ist schon von daher ein Sturm im Wasserglas und verfehlt das Thema vollkommen. Viel’ wichtiger wäre es sich mal zu fragen, wieso deutsche Anbieter im Internet weltweit kaum Bedeutung haben und warum wir unsere Chancen und Bildungsressourcen nicht besser nutzen, um mal dort zu stehen, wo die USA heute schon sind.

P.S.: Hat sich eigentlich schon mal jemand Gedanken gemacht, was das für eine massive Ungleichbehandlung ist, wenn Nicht-Gebührenzahler aus dem Ausland auf die Internet-Angebote von ARD und ZDF zugreifen oder was gerecht daran ist, dass Unternehmen wie Burda, Holtzbrinck und Springer via Gebühren für ihre Internet-PCs ihre eigenen Mitbewerber im Web mitfinanzieren müssen?


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Ja, das finde ich auch. Wenn schon alle zahlen, dann auch wirklich alle. Ich hatte schon vergebens versucht gratis online live views von deutschen sendern zu bekommen. Die stellen nur sowas gegen Gebühren zur Verfügung.

Sportboot leihen und chartern added these pithy words on May 07 08 at 20:08

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Was dürfen ARD und ZDF im Internet? Der gebührenfinanzierte Kampf um die Zuschauer

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