Die DLD08 war auch dieses Jahr wieder eine absolute Bereicherung. Die letzte Session drehte sich vor allem um Afrika, Christian Angermayers erfolgreiche Investments in Ruanda und eine Person, die scheinbar heulend in ihrem Hotelzimmer saß: Naomi Campbell.
Ja, selbst Schuld – mir taten nur die vielen Fotografen Leid, die allesamt umsonst gekommen waren. Doch es war sowie so jemand viel spannenderes da: mein Highlight des 3. Tages, June Arunga. Als ich sie im Speaker’s Room sitzen sah, dachte ich zuerst, dass sie zu Entourage von Naomi Campbell gehört.
Doch aus dem vermeintlichen Kindermädchen wurde auf dem Panel eine glühende Unternehmerin. Eine Frau mit Ideen und Botschaften, wie sie Naomi noch nie hatte und nie haben wird.
June Arunga bietet nämlich nicht einen Mobilen Zahlungsservice an, der einmalig in Afrika ist. Man nehme eine Prepaid-ähnliche Karte, lade Geld drauf und versende es per SMS an andere. Sehr cool. Denn in Afrika haben viele ein Handy, aber nicht mal eine Rechnungsadresse.
Per SMS geht da vieles leichter – ein Unternehmen bezahlt wohl so seine weit verstreut lebenden Palmöl-Bauern aus.
Eine Session habe ich übrigens vergessen: die zur Gensequenzierung für 999 Dollar. Investorenlegende Esther Dyson (”She’s a rock star”) legte da einen Genstrip hin, der mich und auch Robert Basic etwas erschütterte. Er sass neben mir an der Bühne und schüttelt nur den Kopf: durch den schossen einige Gedanken wie Datenschutz, Viertes Reich und das Klonen von Menschen.
Ja, DNA to go kann auch in die falschen Hände gelangen – und nicht nur für personalisierte Medizin benutzt werden. Wir waren uns beide einige, dass die Konferenz eigentlich einen “political track” braucht. Denn all zuviel US-Technologiebegeisterung ist auch nicht gut.
Doch zumindestens Toscani war ja da, um mal die eine oder andere kritische Meinung zu vertreten. Im Ergebnis fand ich die Konferenz sehr gelungen und freue mich schon auf das nächste Jahr.
Ein grosses Lob an das DLD-Team und vielen Dank an Hubert Burda Media für diese Veranstaltung. So etwas schafft kein anderer Verlag in Deutschland, darüber waren sich – so glaube ich – alle Teilnehmer einig.
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