Das Internet und das Web 2.0 ist eine ganz besondere Welt: hier gibt es alles kostenlos. Wenn einmal der digitale Geist aus Aladins Wunderlampe entwichen ist, gibt es kein Halten mehr – P2P-Netzwerke, Raubkopier-Foren, virale Effekte aller Art und die schiere Masse des “user-generated contents” bemächtigen sich der Urheberrechte schneller als so mancher sehen oder denken kann.
Chris Anderson stellt in diesem Kontext eine wichtige Frage: Welche Geschäftsmodelle funktionieren in dieser Alles umsonst-Gratis-Nullpreis-Welt?
Gute Frage, auf die es einige Antworten gibt.
Die Europäische Kommission will alles auf die alte Art und Weise lösen und den Markt für Online-Inhalte durch einheitliche und durchsetzbare Urheberrechte zum Funktionieren bringen. Schön wäre es, wenn es so einfach wäre – und man mittels Kopierschutz alle Probleme der digitalen Ökonomie lösen könnte.
Amerikanische Top-Visionäre wie O’Reilly denken weiter: sie wissen, dass sich die Web 2.0-Revolution nicht durch Gesetze oder Urheberrechte beeindrucken lässt.
Denn es geht um was ganz anderes: die Grenzkosten digitaler Güter sind Null, daher ist der Preis Null. Märkte dieser Art tendieren zu natürlichen Monopolen – die Beispiele Apple (iTMS), Microsoft und Google belegen diese These.
Daher geht es um die Kontrolle von Datenströmen – und diese muss man monetarisieren. Durch kontextsensitive Werbung zum Beispiel. Oder durch entsprechende Services. Oder, oder, oder …
Anderson nennt Prince als gutes Beispiel: er verschenkt seine Musik-CDs per Zeitungsbeilage, um seine Fans in seine Konzerte zu locken. Von der Überfluss- zur Knappheits-Ökonomie.
Das geht nur über Aufmerksamkeit und Reputation – zwei wichtige Mechanismen im Internet. Der Rest ist Netzwerk-Ökonomie. Eine Disziplin, die man beherrschen sollte, nicht nur wenn man im Punktmarkt Internet Geld verdienen will.
Denn auch Offline demonstriert z.B. der europaweite Trend zu Gratiszeitungen, dass die Netzwerk-Ökonomie (in diesem Fall die Theorie zweiseitiger Märkte) immer wichtiger wird. Sogenannte “Internet-Geschäftsmodelle” werden also auch zunehmend in physischen Märkten relevant.
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Media-Blog » Archives » Kostenlos als Chance statt Bedrohung: Ist doch prima, wenn User alles kostenlos wollen! added these pithy words on Feb 07 08 at 12:14[...] sind eine zentrale Herausforderung im Internet. Denn was tun, wenn User alles kostenlos wollen? Darüber haben sich schon viele Gedanken gemacht. Digitale Güter sind bekanntlich ziemlich flüchtig – und ist der Geist erst einmal aus der Lampe [...]
Media-Blog » Archives » Freeconomics 101: Die Zukunft ist kostenlos, monopolistisch und komplex added these pithy words on Mar 03 08 at 11:47[...] Chris Andersons neues Buch “Free” (das erst im Jahr 2009 erscheint) schlägt bereits hohe Wellen. Denn sein Freeconomics-Modell stößt auch auf Kritik (Danke an Alex für den Hinweis). Denn was Volkswirte und Ökonomen schon länger wissen, spricht sich auch zunehmend in Webkreisen herum. Modelle, die kostenseitig von einer enormen Fixgrössendegression und absatzseitig von Netzwerkeffekten profitieren, neigen zu wettbewerbsfeindlichen Monopolstrukturen. [...]
Media-Blog » Blog Archive » Die 3 M’s: eine Erfolgsformel für’s Web 2.0 und darüber hinaus added these pithy words on Jun 02 08 at 8:29[...] Chris Andersons Freeconomics ist da nur der Anfang … [...]
Media-Blog » Blog Archive » Gratis-Mobilfunker Blyk: Sohn des Friedensnobelpreisträgers sorgt für Wirbel added these pithy words on Oct 20 08 at 11:33[...] dürfen und er hat mich damals schon sehr beeindruckt, da er die Zeichen der Zeit erkannt hatte und Andersons Freeconomics Ideen direkt mit seinem Gratis-Mobilfunker Blyk in die Tat umgesetzt [...]
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