Intellektuelle Schutzrechte (Patente, Marken, Copyrights, …) sind die Basis des Business-Erfolges von Mega-Firmen wie Microsoft, Apple oder Nike. Doch besonders im Web 2.0 fällt auf, dass diese intellektuellen Schutzrechte zunehmend nicht mehr durchsetzbar sind.
Der Begriff “Lizenz” wird mehr und mehr zum Fremdwort und die altgedienten Businessmodelle und die dazugehörigen Manager zu wahren Business-Auslaufmodellen. Es hat sich einiges geändert in den letzten Jahren und so manch sicher geglaubtes, auf Copyrights basierendes Konzept, hat jämmerlich im Web versagt.
Doch wie kann man in einer Welt ohne durchsetzbare intellektuelle Schutzrechte Geld verdienen?
Gute Beraterfrage, die an den Fundamentals des neuen Web ansetzt. Tim O’Reilly hat relativ früh erkannt, dass user-generated content king ist und der Besitz von Datenströmen die relevante strategische Größe der Zukunft ist. Man verdient als nicht mehr am, sondern durch den User.
Am cleversten sind aber diejenigen, die ihre intellektuellen Schutzrechte in Hardware giessen und so dem User gar keine Chance für die Kopie geben. Apple hat dies meisterlich mit dem Apple iPhone vorgemacht. Neben die nicht kopierbare Hardware tritt auch noch ein quasi-monopolistisches Musikangebot.
So kontrolliert man die gesamte Wertkette. Ein Weg der sicher viele Vorteile hat, der aber wettbewerbsrechtlich immer unter Beschuß stehen wird. Und ausserdem kann nicht jeder mal soeben ein Hardware Device bauen und mit einem Serviceangebot koppeln (obwohl z.B. Nokia daran bereits arbeitet).
Im Web, wo alles auf Software und noch flüchtigeren Strukturen beruht, sind ganz andere Ansätze notwendig, um den Kunden zum Zahlen zu bewegen. Besonders Netzwerkeffekte spielen da eine grosse Rolle, sowie das entsprechende Design von ertragsorientierten Serviceangeboten.
Hidden champions wie die Fotocommunity oder bekanntere Unternehmen wie XING machen es vor. Sie betreiben ein intelligentes Membership Fee Modell gepaart mit einem entsprechenden Versioning. Sie produzieren digitale Serviceangebote, die stetige Einnahmen produzieren.
Man kann hiervon nur lernen und die Mechanismen erforschen, die letztendlich Grundlage der Zahlungsbereitschaft der User sind. Wenn man weiss, wann man welche Knöpfe drücken muss, dann klingelt auch ohne durchsetzbare intellektuelle Schutzrechte ganz schnell die Kasse.
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Media-Blog » Archives » Google-Killer Theseus: Leuchtturm oder Kerze? added these pithy words on Dec 23 07 at 11:17[...] Sie erinnern sich an meinen Post zu intellektuellen Schutzrechten? Im Rahmen von Theseus soll gegen Lizenzgebühren jeder diese Algorithmen, Werkzeuge und [...]
Media-Blog » Archives » EU will mit einheitlichem Kopierschutz Absatz von Online-Inhalten ankurbeln added these pithy words on Jan 06 08 at 13:29[...] frage mich aber, ob das Vorgehen noch zeitgemäß ist in einer Online-Welt, in der intellektuelle Schutzrechte immer weniger durchsetzbar sind und das Kostenlos-Modell das dominierende Modell für die Erzeugung und Kontrolle von Datenströmen [...]
Darius Christianus added these pithy words on Dec 24 07 at 16:25Hallo,
ich hätte schonhunderte Patente angemeldet und könnte schon reich sein, aber für die Patente muß man zahlen, oder nicht? Es wird geprüft und demnach eine Summe angesetzt.
Man muss also vorher schon Geld haben. Ja, woher denn nehmen wennn nicht stehlen, wenn man es nicht vorher schon in die Wiege gelegt also geschenkt bekam ohne dafür eine Gegenleistung gebracht zu haben? Bei mir war es nicht der Fall. Was ist wenn die Eltern es selbst nicht haben? Ich konnte mit meiner Arbeitskraft auf dem Markt nicht einmal selber durch die Runden kommen. Wo sind wir denn alle gleich, daß ist doch nur ein sugestives Statement. Ich kann kein Geld verdienen weil ich kein Geld habe. So schaut es auf unserer Welt nunmal aus.
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