Milliarden von Seitenabrufen pro Monat – das kann schon zum Machtrausch führen. Zuletzt war das bei Facebooks Mark Zuckerberg der Fall gewesen (Thema “Beacon”). Bis seine User ihn mittels nach dem Motto “It’s opt-in, not opt-out, Mark” sehr schnell stoppten. Dasselbe ist nun bei StudiVZ geschehen.

Denn die User wollen keine Nutzung ihrer Daten für die Zwecke personalisierter Werbung bereitstellen. Sie haben die Nase voll von SchnüffelVZ – und wollen lieber austreten, als Empfänger von personalisierter Werbung zu werden.

Eigentlich schade, denn damit steht und fällt die Monetarisierung und u.a. der schnell erhoffte Break-even der Plattform. Dieser ist bei den Mickerpreisen für die klassischen Banner von StudiVZ in weite Ferne gerückt. Doch der Vorstoß in Sachen Targeting kam nicht gut an bei der Zielgruppe (die keine sein will).
Inzwischen steht das Vertrauen von Millionen Studierenden auf dem Spiel. Höchste Zeit also, einen Ausweg zu finden – einen recht konkreten (und zudem sehr lukrativen) Ausweg hatte ich als Lösung ja schon mal vorgeschlagen.

Das Happy End könnte so lauten: “Wie StudiVZ mitgeteilt hat, haben sich bereits nach 10 Tagen über 50% der StudiVZ-Mitglieder für den werbefreien Premium-Account zu 5 Euro im Monat entschieden.” Bei ca. 500.000 aktiven Usern wären das 250.000 x 5 Euro = 1,25 Mio. Euro im Monat. Macht 15 Mio Euro im Jahr, viele zufriedene User und eine ganz gute Rendite auf die eingesetzten ca. 80 Millionen Euro.

Alles bene, oder?


COMMENTS / 3 COMMENTS

[...] Thema wird ja immer wieder heiss diskutiert und mir geht es darum jetzt mal eure Meinung zu [...]

Media-Blog » Archives » Deine Meinung ist gefragt - Thema “Social Networks & Werbung” added these pithy words on Feb 04 08 at 11:50

Klar, schöne Idee mit dem Premiumaccount. Ich glaube nur nicht, dass mehr als 1% der Nutzer bereit wäre 5 Euro fürs Studivz zu zahlen.
Denn erstens ist es eine Studentenplattform und die meisten Studenten leiden sowieso an Geldknappheit und zweitens ist das System verdammt instabil – selbst wenn man etwas wohlhabendere Eltern hat ist die Community garantiert keine 5 Euro wert. Vielleicht grade mal 50 Cent.

Julia added these pithy words on Dec 20 07 at 17:32

Das ist doch schon mal eine tolle Tendenzaussage: Ich bin bereit Geld dafür zu zahlen, dass
1. ein stabiles System angeboten wird
2. meine Daten privat bleiben und ich nicht getrackt, getargetet oder sonst was werde
Vielleicht sind es für 50 Cent sogar mehr als 10% der User (wie bei XING oder der FC üblich), die als Premium-User mitmachen. Vielleicht sind es sogar mehr als 50% der User.
Es gilt nur die Zahlungsbereitschaft herausfinden und den umsatzmaximierenden Preis für den Premiumaccount abzuleiten. Das können bei 500.000 Usern vielleicht 80 Cent pro Monat sein = 9,99 Euro pro Jahr – was auch 5 Mio. Euro p.a. wären.
Oder man macht Bundleangebote: Kostenloses Girokonto + StudiVZ Account oder Handy-Flatrate + StudiVZ Account oder, oder, oder. Überall wo hohe Abschlussprovisionen gezahlt werden, da lohnt sich das. Für einen Neukunden legen die Banken bis zu 100 Euro hin.
Da ist der Premiumaccount schnell bezahlt und zusätzlich noch ein Gewinn gemacht – man muss nur die richtigen Angebote machen … dann sind alle zufrieden.

Frank Huber added these pithy words on Dec 20 07 at 18:25

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StudiVZ, der geplatzte Targeting-Traum – und ein Happy-End

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