Die StudiVZ-User (und Datenschützer) liefen Sturm gegen die AGB des Social Networks, die als neues Werbemodell personalisierte Werbeeinblendungen im Chat und auf dem Mobiltelefon vorsahen. Selbst die Politik schaltete sich ein.
Nun steht fest, dass nur im Web Werbebanner zugeschnitten auf Alter, Geschlecht, Wohn- und Studienort sowie das Studienfach des Nutzer geschaltet werden. Das Holtzbrinck-Tochterunternehmen hofft dadurch auf höhere Mediaerlöse und will Ende kommenden Jahres die Gewinnschwelle erreichen.
Schaut man sich die Trafficstruktur von StudiVZ an, erweist sich diese Hoffnung aber als sehr vage.
Denn ca. 90% des Traffics von StudiVZ ist “Kommunikations-Traffic” und damit aufgrund der Userproteste und der damit einhergegangenen neuen AGB nicht personalisierbar. Und auch der verbleibende Rest, kann durch die User “bestreikt” werden:
“Wer den neuen Bedingungen zustimmt, kann sich allerdings dafür entscheiden, statt der auf sein Nutzerprofil zugeschnittene Werbanner herkömmliche Internet-Anzeigen einzublenden.” (Quelle: FTD)
Das Ganze erinnert sehr an die Erfahrungen, die Facebook mit dem Thema “Privacy” / Datenschutz machen musste. Die waren sehr negativ und machen die Probleme der Vermarktung und Monetarisierung der Social Networks mehr als deutlich.
Die Wunderwaffe Targeting bzw. personalisierte Werbung ist zwar technisch einsetzbar, aber scheitert an inhaltlichen Vorbehalten und dem übergeordneten Thema “Datenschutz”. Besonders bei Social Networks steht die Intimsphäre der User und der deren essentielles Bedürfnis nach Privatheit in diametralem Gegensatz zu den kommerziellen Interessen der Betreiber.
Eine Lösung könnte der Tausch von Privatheit gegen Geld = Nutzergebühren sein. Ein Weg den ich stets favorisiert habe – v.a. weil der Luxus der Zukunft Anonymität heißt – und Luxus war schon immer etwas teurer …
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Media-Blog » Archives » StudiVZ, der geplatzte Targeting-Traum - und ein Happy-End added these pithy words on Dec 19 07 at 17:47[...] Eigentlich schade, denn damit steht und fällt die Monetarisierung und u.a. der schnell erhoffte Break-even der Plattform. Dieser ist bei den Mickerpreisen für die klassischen Banner von StudiVZ in weite Ferne gerückt. Doch der Vorstoß in Sachen Targeting kam nicht gut an bei der Zielgruppe (die keine sein will). Inzwischen steht das Vertrauen von Millionen Studierenden auf dem Spiel. Höchste Zeit also, einen Ausweg zu finden – einen recht konkreten (und zudem sehr lukrativen) Ausweg hatte ich als Lösung ja schon mal vorgesch…. [...]
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