Ich blogge fair. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Denn ich finde, dass Strategisches Bloggen und der Mißbrauch des Bloggens durchaus zugenommen hat – sehr zum Leidwesen der (meist ahnungslosen) Leser, die an das Medium Blog und (zum Glück) noch an das Gute im Menschen glauben.

Wenn ich aber sehe mit welchen Mitteln hinter den Kulissen gearbeitet wird, kann man verstehen, warum zuletzt die Verlinkungsdynamik in den Blogs und die Begeisterung für Blogthemen abgenommen hat.

Bloggen wird zum “Business as usual” – und damit verliert das Bloggen v.a. auch viel an seinem Reiz. Doch noch ist die Wende zum Besseren möglich. Noch lässt sich der in der Öffentlichkeit oft schlechte Ruf der Blogs retten.

Was Blogger für mehr Fair play tun sollten, das ist schnell skizziert:

  1. Wieder zweckfrei und direkt linken. Die “Selbstverlinktheit” muss aufhören – die individuelle Rationalität ist zwar toll, aber sie schadet jedem langfristig nur selbst. Wenn einer im Stadion aufsteht sieht er zwar das Spiel besser, aber dann stehen andere auch auf und am Schluss sieht keiner mehr so richtig was.
  2. Keine Zensur üben. Wo selbst Trackbacks gefiltert werden, da hört der Spass auf und beginnt Zensur. Kommentare werden ja schon oft genug zensiert oder kurz nachdem sie das Licht der Welt erblicken gemeuchelt – leider erfahren die meisten Leser viel zu wenig davon.
  3. Blogs nicht mehr für private Feldzüge nutzen. Wer seine Posts als Monolog mit einem “Kommentare geschlossen” ins Netz stellt, soll es lieber gleich lassen und den Anwalt schreiben lassen. Das macht mehr Sinn und belastet andere nicht so sehr mit Details.
  4. Keine Ideen anderer mehr aufgreifen und Diskussionen abgreifen. Manche halten es besonders kreativ schnell mal sich bei anderen Ideen zu leihen, etwas drumherum zu formulieren und die Diskussion an sich zu ziehen. Hier gilt: Ehre, wem Ehre gebührt. Ideen leihen gilt nicht.
  5. Verkauft euch nicht insgeheim. Nach aussen spielen viele Blogger den Unkommerziellen, hintenrum verkaufen Sie Links und Bezahlposts, dass es kracht. Einige Blogger verkaufen sich schon für ein paar Euros – und sagen es nicht mal ihren Lesern. Das bedeutet Höchststrafe.

Ergo: man spricht ja bekanntlich nicht so gerne über seine Schwächen. Doch ich Rede darüber – ich bin natürlich auch kein Übermensch und fehlerfrei. Ich rede halt offen über die Probleme, und fände es gut, wenn der eine oder andere fairer verhalten würde.

Ich weiss, dass das schwer ist – aber es lohnt sich. Denn die Blogosphäre und die Blogleser werden es einem danken. Die den Bloggern geschenkte Glaubwürdigkeit und die hohe Stellung im Rahmen der Meinungsbildung ist meines Erachtens eine Verpflichtung, die man nicht enttäuschen sollte und eine Chance den eigenen hohen Standards (Stichwort: Fair Blogging) gerecht zu werden.


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Warum Blogger bloggen…!? « Impuls Blog added these pithy words on May 12 08 at 9:10

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