Nach dem Fehlschlag des deutsch-französischen Google-Konkurrenzprojektes Quaero hat die Bundesregierung unter dem Namen Theseus ein Programm zur Schaffung einer neuen internetbasierten Wissensinfrastruktur ins Leben gerufen.

Im Fokus des Forschungsprogramms stehen semantische Technologien, die Inhalte (Wörter, Bilder, Töne) nicht mit Hilfe herkömmlicher Verfahren (z.B. Buchstabenkombinationen) ermitteln, sondern die die inhaltliche Bedeutung der Informationen erkennen und einordnen können. Dabei spielen Technologien zur automatisierten Erzeugung von Metadaten für Audio-, Video-, 2D und 3D- Bilddateien eine zentrale Rolle.

Ziel des Programms ist es das heutige Web 2.0 mit seiner offenen, interaktiven und sozialen Vernetzungsphilosophie durch die Verknüpfung mit semantischen Methoden zum Internet der nächsten Generation (Web 3.0 = Web 2.0 + Semantik) zu machen. Entsprechende Anwendungsszenarien wurden bereits entwickelt.
Das Programm hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird vom BMWi mit ca. 90 Mio. Euro gefördert. Die für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehenden Mittel verteilen sich je zur Hälfte auf Wissenschaft und Wirtschaft. Zusätzliche 90 Mio. Euro werden als Eigenmittel der beteiligten Partner aus Industrie und Forschung aufgebracht, so dass insgesamt rd. 180 Mio. Euro in die zukunftweisenden Forschungsarbeiten fliessen.

30 Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen haben sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in das Theseus Programm mit Projektvorhaben eingebracht. Mit dabei sind international anerkannte Experten der Fraunhofer-Gesellschaft, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), des Forschungszentrums Informatik (FZI), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Technischen Universität (TU) München, der TU Darmstadt, der Universität Karlsruhe, der TU Dresden und der Universität Erlangen.

Die Anwendungsszenarien entstehen aus den unmittelbaren Forschungsergebnissen und Verwertungsinteressen der teilnehmenden führenden Partner Deutsche Nationalbibliothek, empolis, Lycos Europe, SAP, Siemens sowie der weiteren beteiligten Partner Deutsche Thomson oHG, intelligent views, m2any, Moresophy, Ontoprise, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und dem Institut für Rundfunktechnik.


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Mit Theseus ins Web 3.0 – oder die deutsche Antwort auf die Frage, was nach Google kommt

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