Christian DuMonts Ansichten zum Tod Googles muss man gelesen haben – denn ich teile derartige Einschätzungen überhaupt nicht und frage mich insgeheim: Was hat er sich wohl dabei gedacht?
Aber wer sich halt im harschen Verdrängungswettbewerb reifer, übersättigter Märkte wohl fühlt, statt innovative Firmen an den Start zu bringen, der wird kein Gespür für Google und Co. entwickeln.
Und eben eine Milliarde für die Süddeutsche zahlen – was man kaum verstehen, aber ökonomisch z.B. mit dem Modell zweiseitiger Märkte und einer Auflagen-Anzeigen-Spirale erklären kann.
Zu den Management-Empfehlungen und weiterführenden Einsichten zitiere ich Dewenter:
“Es wird demnach der (Leser- oder Anzeigen-)Markt subventioniert, von dem die stärksten Netzwerkeffekte wirken. Diese Subventionieung kann soweit gehen, das Preise unterhalb der Grenzkosten gesetzt werden und damit Verluste auf diesem Markt realisiert werden, die jedoch durch entsprechend hohe Gewinne am jeweils anderen Markt überkompensiert werden.”
Die Süddeutsche könnte dann als mögliches kostenloses Pendant zum (dann ebenfalls kostenlosen) Wall Street Journal gedacht werden. Eine spannende Vorstellung …
Und ich setze noch einen drauf. Vielleicht wollte DuMont mit seiner auf den ersten Blick sehr naiven Aussage in unserer Headline (”In zehn Jahren ist Google tot”) was ganz anderes sagen:
“Ich will M. DuMont Schauberg zum führenden Media-Anbieter und zum Totengräber Googles machen, sei es bei Nachrichten, Meinungen, im Film oder Fernsehen – und natürlich im Internet, das hätte ich fast vergessen.”
Wobei diese Entwicklung doch – unter uns gesagt – etwas unwahrscheinlich ist … und die von mir stets postulierte Innovationsstrategie doch vielversprechender erscheint. Denn das Mediennutzungsverhalten besonders junger Leser hat sich bereits enorm geändert – Zeitungen (… und das ZDF) spielen das kaum noch eine Rolle.
Und warum sich dann die Legacy eines Printgeschäftes ans Bein binden? Das ist mir alles schleierhaft.
Ein paar vitale Web 2.0-Startups mit dem Potenzial zur globalen Medienmarke wären mir als Verleger da ehrlich gesagt lieber …
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