Die News aktuell-Studie “2.0 und dann?” brachte es an den Tag: “Die Mehrheit der deutschen Journalisten glaubt, dass der Einfluss der Verlage auf die Medienbranche abnehmen wird (36 Prozent). Immerhin sieben Prozent attestieren sogar, dass die Verlage gegenüber Google & Co “keine Chance” haben werden.
Für die digitale Zukunft sind die deutschen Verlage insgesamt nur mäßig gerüstet. Das sagt mehr als die Hälfte der Befragten.”
Das Web 2.0 erweist sich aber in den Augen der Journalisten zunehmend als Bereicherung und nicht als Bedrohung im Rennen um die Aufmerksamkeit der Leser.
Bemängelt werden von den Journalisten aber mehrere Punkte:
“Am meisten kritisieren Journalisten an Blogs die “mangelnde Glaubwürdigkeit” (27 Prozent) und die “fehlenden journalistischen Standards” (26 Prozent). Besonders geschätzt werden allerdings die “Vielfalt der Meinungen” (27 Prozent) und die Unterstützung der Blogs bei der “Ideenfindung” (18 Prozent). Wichtigstes Kriterium für die Glaubwürdigkeit eines Blogs ist der Autor. Das sagt gut ein Drittel der Befragten. Immerhin mehr als jeder zehnte Journalist führt heute ein eigenes Blog oder kommentiert in anderen Blogs.”
Schade nur, dass man zwar Gestalt von Tageszeitungen in zehn Jahren untersucht hat, aber sich nicht mit den Finanzierungsquellen für die Inhalte beschäftigt hat. Denn hier dürfte der Schlüssel für den Erfolg oder Mißerfolg so manchen Online-Projektes in Zukunft liegen.
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COMMENTS / 3 COMMENTS
Sachar added these pithy words on Jul 14 07 at 8:37Zumindest in einem Ergebnis gebe ich der Studie recht: Die Verlage haben keine Chance gegenüber Unternehmen wie Google. Ich kenne keine Online-Innovation aus einem Verlag. Holtzbrink kauft zwar alles auf, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber dahinter steckt ja keine eigene Innovationskraft.
Frank Huber added these pithy words on Jul 16 07 at 8:39Die Innovationskraft scheint wirklich ein wichtiges Thema zu sein. Vollkommen einzigartige Ideen aus deutschen Landen fehlen mir auch schon lange – denn ich denke wir haben das Know-How dazu.
IvD added these pithy words on Jul 16 07 at 16:28Eigentlich geht der Eintrag ja um das Web 2.0, aber … mich reizt eher der zweite Streang. Hinter dem Begriff “Innovationskraft” verstecken sich andere Probleme: ja – einerseits sind die Ideen rar. Übrigens sing gute Ideen auch anderwärts rar. Dann aber fällt auf, dass die guten Ideen anderwärts offenbar auf einen besseren Nährboden treffen: das ist erstens ganz besonders die Fehlertoleranz. Noch immer lesen wir Stellungnahmen wie “Der hat soch schon mal x Mio in den Sand gesetzt …” etc. Umgekehrt hören wir immer wieder das Hohe Lied auf die Sanierer.
Dann ist da aber zweitens auch die unternehmerische Verfasstheit: Management geführte Unternehmen leiden – zumindest in Deutschland – an der mangelnden Risikobereitschaft, der Quartalsorientierung, der alle Prozesse dominierenden internen Politik. Es ist doch auffällig, dass, wenn etwas “Neues” aufkommt und umgesetzt wird, dies eher in den vom Eigentümer/Unternehmer- als in den von einem Management geführten Unternehmen geschieht.
Drittens aber wird Führung bekanntlich von oben gemacht. Dann aber wäre das Management, wenigstens teilweise exkulpiert, führt es doch nur aus, was ihm von den gesellschaftern aufegeben wird. Dann hätten wir eine dritte Kraft, die Innovation im Land behindert: es ist dieses gemütlich abwiegelnde Gefühl der Sattheit.
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