“Wer wird Web 2.0-Milliardär?” – so heisst das aktuelle Quizz. Stets nach dem Motto: “Und da beschloß ich, Milliardär zu werden.” Die Antworten auf alle Fragen und wie man das macht, folgt auf dem Fuße. Man muss nur lernfähig sein und dann schnell und klug handeln:

  1. Produziere bloß keine Inhalte selbst. Nutze Sie einfach – wer fragt ist selbst Schuld.
  2. Verlege Deinen Unternehmenssitz in die USA, da gilt ein laxes Urheberrecht (”fair use”).
  3. Nenne Dich “social network”, streiche aber die Gewinne ein. Lass’ andere für Dich arbeiten/ stehlen.
  4. Wachse schnell und werde stark. So stark, dass die anderen Angst vor Deiner Macht bekommen.
  5. Lass’ Dir dann tolle Kaufangebote unterbreiten. Nimm’ das Beste! Denn jetzt beginnt die Arbeit.
  6. Falls Du weiter wachsen willst, expandiere international. Gründe eine steuerbegünstigte Holding in der Schweiz und überweise die Gewinne an Deinen US-Hauptsitz.
  7. Heure nur die Besten an. Stecke sie in ein solargetriebenes, mit Lava-Lampen ausgestattetes Bürogebäude und bekoche Sie gut. Beschäftige die Besten der Besten mit Schubladenkonzepten, damit sie nicht zur Konkurrenz gehen. Den Rest (97%) setze im Support ein.
  8. Erfinde ständig neue Dienste, die auf Deiner Code- oder Userbasis basieren. Arbeite an Deinem Monopol und vergess’ Deine Ideale (”Don’t be evil!”).
  9. Mache Dein Legal Department zur größten Abteilung in der Firma. Verklagt Dich ein anderer Gigant, klage einfach dagegen und zahle ein paar Milliönchen im Vergleichsverfahren.
  10. Lerne von Sun Tzu, von Machiavelli und von Clausewitz wie man an der Spitze bleibt (”It’s lonely at the top!”) und nutze nach außen alle rhetorischen, PR- und Image-fördernden Mittel, um nicht das Mißtrauen anderer (v.a. der Politik und der Wettbewerbsbehörden) auf Dich zu ziehen.

Denn schliesslich willst Du ja Dein Geld ungestört im Stillen und ohne Reibungsverluste verdienen …


COMMENTS / 10 COMMENTS

[...] Gelegentlich schaue ich, wer meine Blogs besucht. Ich habe den Eindruck, dass die „normalen Leser“, d.h. Leute die einfach nur etwas lesen möchten, was ein anderer denkt und geschrieben hat, in der Minderzahl sind. Viele betreiben Studien und Analysen, um sie gegen hohes Honorar an andere zu verkaufen. Letzte Woche erhielt ich selbst solch einen Anruf. Die Firma net-clipping wollte mich als Kunden für eine fundierte Medienresonanzanalyse gewinnen. Ich schaute mir die Website an und war dann wirklich sicher, dass das, was ich der Dame spontan am Telefon sagte, auch sachlich richtig war. Ich brauche derartige Analysen genau so wenig, wie die anderen Internet-Nutzer, die moderne Webtechniken (RSS) und spezialisierte Suchmaschinen nutzen. Derartige Tools liefern schon kurz nach der Erscheinung von Medienbeiträgen im Internet (Rundfunk, Fernsehen, Presse, Blogs) die neuesten Fundstellen und integrieren diese bei Suchanfragen. Wer sich in diesem Bereich auskennt, spart die Honorare und benötigt trotzdem nicht mehr Zeit als die Käufer der Information aus 2. Hand. In manchen Fällen hat die beim Entscheidungsträger ankommende Information schon eine längere Kette durchlaufen: 1. Blog 2. Zeitung oder sonstiges Medium, welches Blogs auswertet 3. Medienresonanzanalytiker 4. PR-Abteilung im Unternehmen 5. Entscheidungsträger Als Kind spielten wir manchmal Stille Post … die Resultate könnten so ähnlich sein Einen trefflichen Seitenhieb auf professionelle Contentanalysten (Inhaltsabgreifer) habe ich in einem anderen Blog gefunden; das 1. von den 10 Geboten lautet: „Produziere bloß keine Inhalte selbst. Nutze Sie einfach – wer fragt ist selbst Schuld“ [...]

Informationen aus 2., 3. oder 4. Hand at Heiligenberg-Blog added these pithy words on Mar 20 07 at 11:30

[...] Und hier 500 Millionen ach so gscheite EUropäer, die mit offenem Mund dastehn und nur neidisch zuschaun können. Und das auf einem virtuellen Schlachtfeld. Wo man nicht erst groß [...]

Bas|se|na  Blog » Web-Milliardär in Europa – geht das? added these pithy words on Oct 30 07 at 0:41

Seit wann gilt denn in den USA ein laxes Urheberrecht? Wirklich mal den Artikel in Wikipedia ueber Fair Use gelesen?

Ich kann da nichts von laxem Urheberrecht erkennen.

Zugestanden, das ganze ist etwas schwammig und es lassen sich keine 100%ig klaren und eindeutigen Grenzen ziehen, aber vom Grundprinzip erlaubt Fair Use auch nicht viel mehr (oder anderes) als das Deutsche Zitatrecht (das uebrigens im Urheberrecht geregelt ist).

Armin added these pithy words on Mar 14 07 at 11:54

Wenn Sie so schlau sind, dann nennen Sie mal nur einen Fall in dem ein deutsches Content-Unternehmen seine Rechte in USA durchsetzen konnte!
Recht haben ist das ein, die Durchsetzung das andere. Und das zählt für den Verleger.

Frank Huber added these pithy words on Mar 14 07 at 12:18

Mit Ihnen zu diskutieren ist echt ermuedend, so munter wie da Sachen vermischt und auf einmal in eine ganz andere Richtung gedreht werden…

Erst von Fair Use als laxem Urheberrecht reden und dann auf einmal zu der Rechtedurchsetzung im Ausland wechseln. Das sind zwei unterschiedliche Sachen.

Bei Scientology gelernt?

Armin added these pithy words on Mar 14 07 at 12:25

Gegenfrage: Arbeiten oder arbeiteten Sie bei Google (von dem Geld kann man sich so manche Insel kaufen)? Hier mal die Fakten – statt Geschwafel – aus einer P.E.N-Rede:

“Am 5.9.2003 erging ein Urteil des Landgerichts Hamburg. In diesem Verfügungsverfahren wurde die Passivlegitimation der Antragsgegnerin zu 1) bejaht, weil diese als Unternehmenszweck im Handelsregister u.a. das Bereitstellen von Suchfunktionen im Internet eingetragen und einen Sitz in Deutschland hatte und weil die Antragsgegnerin zu 2) mit Sitz in den USA unter der Adresse der Antragsgegnerin zu 1) bei der DENIC als Domain-Inhaberin gemeldet war.
Doch was folgte. Der DENIC-Eintrag der Website http://www.google.de wurde am 4. August 2005 geändert. Als Seiteninhaber ist fürderhin die Google Inc. (USA) allein unter ihrer US-Adresse gemeldet. Der Handelsregistereintrag wurde am 1. Juni 2005 geändert. Die Bereitstellung von Suchfunktionen im Internet wurde gestrichen. Hier entzieht sich auf der Flucht vor Recht und Gesetz nicht irgendwer, sondern der demnächst wohl mächtigste Medienkonzern der Welt all denen, die ihn zu recht nach dem Urheberrechtsgesetz in der Bundesrepublik Deutschland in Anspruch nehmen wollen.”
(Quelle: Rede von Joachim Kersten “Wo bleibt das Urheberrecht im Netz?”)

Frank Huber added these pithy words on Mar 14 07 at 12:30

Da die Diskussion jetzt in solchen Schwachsinn abgleitet hat sich das ganze fuer mich erledigt:

Gegenfrage: Arbeiten oder arbeiteten Sie bei Google (von dem Geld kann man sich so manche Insel kaufen)?

Warum ich die Scientology-Frage gestellt habe und wie diese zu verstehen ist sollte wohl klar sein. Basic.

Armin added these pithy words on Mar 14 07 at 12:46

Klar – keine Infos.
Lesen Sie aber trotzdem meinen neuesten Post …

Frank Huber added these pithy words on Mar 14 07 at 12:56

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