Blogs können wahre Umsatzvernichter sein. Denn Verbraucher treffen ihre Kaufentscheidungen verstärkt nach dem Lesen von Blogs. Und das mit ungeahnten Folgen, wie eine eine Umfrage bei Loic Le Meur (IPSOS, pdf-Summary, 1.2 MB, The Power of Blogs in Europe) belegt.
Robert Basic hat sie schnell mal aufbereitet und hier sind seine Erkenntnisse, die man als Manager sehr ernst nehmen sollte:
Die Kernpunkte der empirischen Erhebung sind demzufolge:
“- 55% der deutschen Webuser haben bereits von Weblogs gehört (ca. 19 Mio!)
- 15% haben Weblogs bereits gelesen (ca. 5 Mio)
- 1% haben ein Weblog (ca. 0,35 Mio)
- 2% haben kommentiert (ca. 0.7 Mio)
- 44% vertrauen der Presse
- 23% vertrauen Produktmeinungen auf Weblogs (öhm, wenn 15% Blogs gelesen haben, wie können dann 23% Blogs vertrauen… kann man bitte nicht mal genauer die Daten angeben, was sich auf welche Basis bezieht.. murks…)
- 11% vertrauen den Aussagen des Firmenchefs zu irgendwelchen Diensten/Produkten
- 48% haben schon mal im Web was gekauft
- ca. 50% kaufen eher etwas, wenn sie was Nettes zum Produkt im Web lesen
- ca. 40% kaufen eher nicht, wenn sie was Negatives zum Produkt im Web lesen (interessante Sache, dass sich positive Meinungen stärker als negative Meinungen auswirken… sind Kunden im Web also empfängnisbereiter gegenüber positiver Verstärkung als negativer Verstärkung, was ist aber mit den Kunden, deren Meinung sich dreht? hm.. Statistik sagt dazu nüscht aus… )
- ca. 25% ändern ihre Meinung, wenn sie was zum Unternehmen via Weblogs lesen
- ca. 25% denken schlechter vom Unternehmen, wenn sie was dazu in Weblogs gelesen haben”
Ein interessantes Detail, so Robert Basic, am Rande: die deutschen Webuser sind am “Mecker-affinsten”, was die Antwort auf die Frage zeigt, ob man bereits negative Kritiken zu Unternehmen gelesen habe.
Für Europa lautet das Ergebnis der Befragung so: “39 Millionen haben ein Produkt nicht gekauft, weil sie sich im Internet und in Blogkommentaren darüber informiert haben”. Es ist also höchste Zeit für Unternehmen Blogs im Rahmen aktiven Issues Managements zu berücksichtigen und v.a. Blog Monitoring zu betreiben.
Gerade Verbraucherblogs sind einflußreicher denn je und es dürfte so manchen Juristen sicherlich interessieren, was da so getrieben wird. Denn Boykottaufrufe sind in D verboten und unsachgemäße Behauptungen auch.
Da man quasi anonym bei jedem x-beliebigen Bloghoster ohne Preisgabe der Identität einen Blog einrichten und alles bloggen kann, besteht hier ein massives Umsatzvernichtungspotenzial, dass man als Unternehmen nicht unterschätzen sollte.
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