Gruner+Jahr-Chef Bernd Kundrun ist ein unternehmerischer Mensch. Denn er muss ganz schön anpacken, um den Riesentanker Gruner+Jahr mit allen seinen bekannten Marken auf dem anvisierten Renditekurs von 10 Prozent zu halten.
In einem SZ-Interview mit dem Titel “Alles ist auf dem Prüfstand” wird deutlich, was die grösste Bedrohung der traditionellen Verlagshäuser und deren Rendite ist: das Web 2.0 – denn dahin wandern immer mehr Leser ab. Vor allem junge Leser.
Was das konkret heisst, hatte ich ja schon mal beschrieben.
Die Angstvorstellung jeden Verlegers nämlich, eine Welt ohne Journalisten und ohne Medienmarken gibt es heute schon. Man nennt Sie Blogs, vBlogs, Fotocommunities, Videocommunities oder P2P-Netzwerke und Tauschbörsen.
Verleger sind gerade (mal wieder dabei), diese Media-Trends zu verschlafen. Denn das branchenübliche Entlassen von Journalisten bringt nur Kostenersparnisse, keine neuen Märkte. Drumm klingt der Schrei nach Innovationen vieler Verleger wie ein Hilfeschrei.
Tut doch was – damit wir euch dann kaufen können. Eigene G+J-Abteilungen wie “Inspiring Media Ventures” suchen nach Antworten auf die Web 2.0-Gegenbewegung zu den etablierten Medienkonzernen. Doch ob die Presse-Oldies mittels Facelifting und Frischzellenkur zu den neuen Stars gehören werden, darf bezweifelt werden.
Doch diese Stars fragen gerade Anzeigenkunden immer mehr nach: als multimediale, reichweitenstarke Medienmarken. Newcomer wie MySpace und YouTube oder Flickr erzeugen dabei enorme Betriebsdrücke – selbst bei Digital-Oldies wie Microsoft.
Was gemerkt? Die letztgenannten vier Marken waren allesamt US-Marken, deutsche Medienhäuser haben in der digitalen Arena nichts zu melden. Eigentlich schade, denn das Potential wäre da – man muss nur wissen wie. “Wir werden für einzelne Themen auch Berater hinzuziehen” (Bernd Kundrun) – man darf also gespannt sein, ob der Dinge die da kommen.
Denn eines, so der Weise aus dem Medialand, darf man nicht vergessen: der User wird immer volatiler und was morgen gilt, gilt übermorgen schon nicht mehr. Eine schwere Zeit für Medienhäuser und Verlage, die vor allem durch einen internationalen Wettbewerb gekennzeichnet ist. Und da hat Deutschland leider nicht viel zu bieten – ausser schönen Bücher und Tageszeitungen, die bald keiner mehr liest.
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Media-Blog » Newsplex und die Zeitung der Zukunft - Anforderungen an Contentanbieter von morgen added these pithy words on Oct 09 06 at 12:42[...] Derartige neue Web 2.0-Medienmarken könnten sich dabei als smarter Renditekiller für die etablierten Verlage erweisen – mehr dazu aber an anderer Stelle … Participate! Leave your comment. [...]
Media-Blog » Wo die Werbeumsätze der Zukunft locken: Verleger setzen verstärkt auf Online-Beteiligungen added these pithy words on Jan 08 07 at 18:02[...] Ihr Ziel: die Werbeumsätze der Zukunft zu sichern. Denn die Printauflagen sinken und die jungen Leser wandern ins Internet ab. Dort warten zwar schon gewiefte US-Renditekiller auf unsere Verleger, aber die sind inzwischen auch clever genug nur in erprobte Konzepte und entsprechend massiv zu investieren. [...]
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