Das Web 3.0 ist ein Phänomen über das immer mehr geschrieben wird. Zeit also, mal inne zu halten, und sich anzusehen ob es “buzzwords” sind oder wirklich neue Ansätze, die da am Horizont sichtbar werden.
Web 2.0 befindet sich auf dem Gipfel der Hype-Kurve und der ursprünglich von O’Reilly Media als Kongreß-Katalysator geprägte Begriff Web 2.0 wurde inzwischen mehr als Realität = ein Hype. Die folgenden Grundcharakteristika prägen gemäß Wikipedia eine Web 2.0-Website:
- “Network as platform” — delivering (and allowing users to use) applications entirely through a web-browser[3].
- Users own the data on the site and can exert control over the data[4][3].
- An architecture of participation and democracy that encourage users to add value to the application as they use it[3][5].
- A rich, interactive, user-friendly interface empowered by Ajax[3][5].
- Some social networking aspects[4][3].
Netzwerke und soziale Interaktion haben damit einen hohen Stellenwert – diesen werden sie auch im Falle des Web 3.0 nicht verlieren. Denn das Web 3.0 baut auf den gerade erst entdeckten Funktionsprinzipien der sozialen Interaktion auf. Web 2.0 war nur der Anfang eines riesigen “Web 3.0 Wissensverarbeitungsprojekts”.
Data Mining von Unternehmen wie Amazon war der erste konkrete Schritt zum Web 3.0 – der geistige Vater ist der Deutsche Andreas Weigend. Er ist gelernter Experimentalphysikar (zunächst CERN, dann Stanford) und nutzte sein Forscherwissen, um Muster in Daten zu erkennen. Da Amazon-Gründer Jeff Bezos die Devise ausgab, bloss keine Daten wegzuwerfen, konnte Andreas Weigend aus dem Vollen schöpfen. Er analysiert die eingehenden Amazon-Shoppinganfragen, um ein geniales Empfehlungssystem und ein situationsabhängiges Voraussagesystem zu entwickeln.
“Quero, ergo sum”, so lautet Weigends Devise: ich suche, also bin ich. “An ihren Suchabfragen wirst Du sie erkennen” – ein Vorteil, den Google im Web 2.0 für Adsense und Keyword Advertising nutzt. Doch was hat das alles mit Web 2.0, Blogs und Vermarktung zu tun, mögen kritische Menschen fragen?
Ganz einfach: Blogs, vBlogs, Podcasts, etc. als Web 2.0 sind eine von Suchmaschinen nur sinnvoll anhand ihrer Links zu erfassenden Masse von Infos geworden. Daher werden auf eBay aktuell Projekte anhand ihres PageRanks gehandelt, z.B. als PR9-Project. Doch die Problematik der maschinenbasierenden Algorithmen wird klar, wenn man weiss, wie einfach man Google mittels SEO manipulieren kann. Das kommt daher, weil Google keine Menschen sondern Algorithmen nutzt, um die RELEVANZ einer Site zu beurteilen.
Das Web 3.0 nutzt daher (um die Masse an neuen Blogs, Webcasts, Podcasts, etc. zu bewältigen) viel umfassendere Daten, die z.B. via Tagging von den Usern selbst zur Verfügung gestellt werden. Person-to-Person-Links und Attention Data spielen neben den puren Links da eine zentrale Rolle. Web 3.0 Apps wie Rojo.com machen schnell klar worum es geht: “social bookmarks” erleichtern das Entdecken neuer Personen und von diesen wiederum getaggte Inhalte.
Für Web 3.0-Marketing bedeutet das, dass Technologien wie Tags den Dialog zwischen den Kunden erlauben. Diese Kunden werden geleitet durch eine neue Post-Google-Generation von Suchmaschinen, die in der Lage sind, die jeweils für den User in dessen individuellen Situation relevanten Sites und Infos anzuzeigen.
Vielschichtige Netzwerkstrukturen sozialer Art zu erkennen und zu nutzen, das ist die Herausforderung von Web 3.0 . Denn es wird sich da auch eine Hierarchie der User herauskristallisieren: besonders interessant für das Marketing sind die Menschen, die einen hohen “Customer-Network-Value” haben, also wie Meinungsführer im Fernsehen z.B. über ihren Blog andere und deren Konsumentscheidungen beeinflußen.
Es sind also ganz simple Dinge, die auch die Marktfrau auf dem Freiburger Münsterplatz weiss: sie gibt Stammkunden immer die beste Ware und findet schnell raus, ob man heut’ ein Schwätzle machen will oder nicht. Situationserkennen, persönliches Feedback und Customer-Network-Value gab es also schon weit vor dem Web 1.0 – nur ist es für Marketer heute anhand von Software selbst bei 50 Millionen Kunden für ihn ganz einfach und bequem nutzbar geworden. Zum Beispiel auch um die Usability seiner Website oder die Servicezufriedenheit zu optimieren.
Das Relevanz- und Entdeckungsproblem im Web bleibt jedoch zunächst bestehen. Gelöst werden könnte es durch neue Suchmaschinen, die sich der kollektiven Intelligenz und damit dezentralen Wissens bedienen. Tagging-Tools wie del.icio.us sind da erst der Anfang. Auf jeden Fall wird der User und sein Verhalten sowie sein “menschliches” Feedback sehr wichtig sein. “Pull, statt Push” lautet also das Motto der neuen Entdeckungsreisen der User.
Für Unternehmen gilt dabei: finde Kunden mit einem hohen Customer-Network-Value und behandle sie gut. Das dürfte auch für die relevanz-vermittelnden Medien gelten. Aber nur, wenn deren Meinung dann überhaupt noch gefragt ist.
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Optimieren für Web 2.0 added these pithy words on Aug 31 06 at 19:48[...] Optimieren für Web 2.0 und Social Search lautet ein Artikel der am 29. August bei Search Engine Roundtable erschienen ist. In diesem Fall geht es also mal nicht um SEO oder SEM sondern um SMO. SMO? Ja, Social Media Optimization nennt man das. Macht das Sinn werden sich jetzt viele Fragen? Optimieren für einen Hype? Oder ist Web 2.0 gar keine Hype sondern eine weitere Stufe in der Evolution des Internets? (Die nächste Stufe ist dann wohl Web 3.0 ?!?) [...]
Media-Blog » User 2.0 statt Web 2.0? added these pithy words on Sep 05 06 at 11:19[...] Web 3.0, so der Weise aus dem Medialand, ist also angesagt. [...]
Media-Blog » Die Unterschiede zwischen Web 1.0, Web 2.0 und Web 3.0 added these pithy words on Nov 08 06 at 23:35[...] Es ist schon interessant sich mal über die Unterschiede von Web 1.0, Web 2.0 und Web 3.0 Gedanken zu machen. Denn die sind eigentlich ganz einfach aus User-Perspektive zu beschreiben: [...]
Media-Blog » Archives » Customer-Network-Value, Marketing und XINGs Customer-Network-Value Test added these pithy words on Nov 16 07 at 11:12[...] weit über einem Jahr (am 25.8.2006) habe ich zum Thema “Warum das Web 3.0 unsere (Internet-)Welt verändern wird” folgendes [...]
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