Meine Auseinandersetzung mit Don Alphonso hat eine Menge Kommentare hervorgerufen. Da leider niemand mehr meine Kommentare auf seinem Rebell-ohne-Markt-Blog lesen kann, und weil es hier um wichtige Dinge geht muss ich das Thema Media-Vermarktung mal kurz aufschieben und mich den Themen widmen, die ich bedroht sehe: die offene Gesellschaft, samt Freiheit und Meinungsfreiheit.

Im Falle von Don Alphonso hatte ich mich gefreut, endlich einen anspruchsvollen Gesprächspartner gefunden zu haben. Was folgte war jedoch eine für mich vollkommen überraschende intellektuelle Bankrotterklärung, da meine sachlichen Bedenken an seinen vorgefassten Meinungen einfach vom Tisch gewischt wurden. Ich finde es höchst gefährlich, wenn jemand einer sachlichen Diskussion den Boden entzieht. Diese Form der Denkverbote müssen wir alle boykottieren – Gleichschaltung und Zensur kennen wir in Deutschland nur zu gut.

Ich bin mit Karl R. Popper ein Freund der offenen Gesellschaft. Der Begriff Offene Gesellschaft (siehe Wikipedia) leitet sich vom Buchtitel Die offene Gesellschaft und ihre Feinde ab. In diesem Buch wendet sich Karl Popper gegen den Totalitarismus des Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus, Ideologien, deren Ursprung er auf die Philosophie Platons, Hegels und Karl Marx‘, zurückführt.

Die Freiheit der offenen Gesellschaft, die ich meine ist mit Rosa Luxemburg gesprochen immer die Freiheit der Andersdenkenden. Diese wird auf “Rebellen ohne Markt” aber ausgeblendet – nach dem Motto “Gebt ihnen kein Forum”. Ich finde zum Beispiel, dass es für “Rebellen ohne Markt”, BILD und brand eins genauso eine Existenzberechtigung gibt, wie für die vielen hart arbeitenden Journalisten in dieser Welt. brand eins und Journalisten werden aber von Don Alphonso in einer unzumutbaren Weise herabgewürdigt. Das ist kein offener Diskurs, hier werden vorgefasste Meinungen bedient.

Im Falle von Mandevilles Bienenfabel, die Don Alphonso ebenfalls bespricht, habe ich ihm vorgeworfen das sein Gegenentwurf zu Mandevilles und Hayeks Konzept der Gesellschaft im Sinne einer fundierten und konstruktiven Kritik fehlt. Denn wer gegen alles ist, muss doch auch mal sagen wofür er ist. Don Alphonso ist sodann ganz schrecklich ausfällig geworden. Wie ein absolutistischer Herrscher (”L’etat, c’est moi”) sprach er plötzlich von seinem Hof, wo er der Graf (Don) sei und dass er nun die Peitsche nutzen werde. Der rohen Gewaltandrohung folgten Taten, die Sperrung meiner Beiträge, die ich – da ich genauso schnell denken wie tippen kann – eben nicht per Cut&Paste reingesetzt hatte, sondern wohlformuliert an ihn und die Anwesenden richtete.
In der Sache waren wir aber nicht weiter. Denn wer Nobelpreisträger wie Hayek kritisiert, der sollte das fundiert tun. Ich selbst habe ihm noch 2, 3 Steilvorlagen geliefert und ihn gebeten, doch konkret auf die “flaws” in Hayeks Theorie zu sprechen zu kommen oder mit mir konkret über spieltheoretische Probleme zu sprechen, die eine Kooperation unter rationalen Egoisten ausschliessen und so den Ansatz der beiden Philosophen konterkarieren.

Leider alles Fehlanzeige – mit gutem Willen und Sachargumenten ist dem Mann nicht beizukommen. Den Gegenentwurf zu einer offenen und freien Gesellschaft (so wie ich sie hier kultiviere) kann man sich auch leidlich vorstellen, vor allem wenn er schon von Beginn an nicht auf demokratischen Werten fußt.

Wie gesagt: ich und viele andere, lassen sich nicht verdummen – ich bilden mir meine eigene Meinung auf einer freien Basis. Alles andere ist Zensur und ein Verstoß gegen Artikel 5 des Grundgesetzes: Artikel 5 (verkürzt) lautet:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten …. Eine Zensur findet nicht statt.

Auch hier nicht.


COMMENTS / 12 COMMENTS

[...] Zensur ist keine Lösung. Jedenfalls nicht im Bereich des Blogging, wo es auf freien Meinungsaustausch ankommt. Doch die Idee der offenen Gesellschaft hat viele Feinde. Jeder totalitäre Führer schaltet erst mal die Medien gleich, um die Stimmen der Andersdenkenden zum Schweigen zu bringen. [...]

Media-Blog » Zensur ist keine Lösung! Von Webmastern und Servants added these pithy words on Aug 29 06 at 12:03

Ja, bekommt denn hierzulande jeder einen “Dr”?…

Klein-Bloggersdorf soll sich ja laut einem Tutorienskript in zwei Gruppen aufteilen: Einerseits jende, die gerne Arschkriechen tätscheln und andererseits jene, die gerne mal auf den Tisch hauen und sagen, was Sache ist. Passend zum Nikolaustag hat ge…

37.6-Blog added these pithy words on Dec 07 06 at 11:59

Ja echt mal, warum bitte nicht mal zum Konzept kommen, ist ja nur Regenwetter hier. Meinungsfreiheit muss ich in meinem Haus gar niemandem gewähren, also nicht so eine Aufruhr. Wenn er Sie verklagt, weil Sie in ihrem Blog über ihn schreiben, oder das Thema anschneiden, dann kann man ja immer noch anfangen zu schreien: “Meinungsfreiheit, Meinungsfreiheit”
Aber so ist es einfach sein Recht und sonst nichts!

Soeren Onez added these pithy words on Aug 21 06 at 12:57

Mir gefällt nur der aggressive Ton nicht und die Intoleranz des Grafen.

Frank Huber added these pithy words on Aug 21 06 at 13:06

Ich kann das auch verstehen, ich dachte ja auch schon, ich würde hier rauskommetiert, auch wenns nur der Spamfilter war und hatte doch nen Hals. Der wiedereum wäre ungemein größer gewesen wenn ich hier eine konträre Position vertreten hätte. Demnach, ich kann sie wirklich vertsehen, aber sich aufregen bringt dann irgendwie auch nichts, als wieder mehr gelaber und gestänker.
Ich bin froh, dass die letzten Beiträge zum Thema sind, auch wenn ich davon dann nichts vertsehe und auch nicht so viel beizutragen habe.

Soeren Onez added these pithy words on Aug 21 06 at 15:41

Wie niedlich. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Sie ein Produkt vermarkten wollen, von dem Sie nicht die geringste Ahnung haben, dann hatten wir ihn jetzt. Sie versuchen, mit Don Alphonso zu diskutieren. Hihi.

Das Grundgesetz gewährleistet im Übrigen die Zensurfreiheit seitens des Staates. Auf seiner Website kann jeder machen was er will. Artikel 5 ist in dieser Sache also auch weit neben der Spur. Passt also in Ihr Gesamtkonzet.

Sebas added these pithy words on Aug 21 06 at 21:41

Na ja, wenn Sie aufmerksam meine Beitrage gelesen hätten, dann wüssten Sie, dass er sich zu dem Thema bei Robert Basic zuerst geäußert hat. Und dass man mit so jemand wirklich nicht diskutieren kann, weiss ich nun auch – frage mich nur, wie der seine Brötchen verdient …
Und apropos Grundgesetz: wäre es nicht schön, dass grosse Ganze aufs Kleine zu übertragen. Bei Herr Alphonsos werktreuen und edlem Gesamtkunstwerk geht das natürlich nicht, aber bei vielen anderen Bloggern. Herr Schwenzel ist da ein gutes Beispiel – deswegen schätze ich ihn auch und bin ihm auch nicht böse.

Frank Huber added these pithy words on Aug 21 06 at 22:49

Wenn Kommentare nicht gelöscht würden, dann hätten Sie in der Blogosphäre einen verzichtbaren Einblick in die Abgründe menschlicher Intelligenz.

Ihre Beiträge lese ich außerordentlich aufmerksam. Unter dem Gesichtspunkt der Aufmerksamkeits-Ökonomie gar viel zu sehr.

Aber allein mit der Frage, womit Don Alphonso seine Brötchen verdient, stellen Sie einmal mehr unter Beweis, von der Blogosphäre keinen Schimmer zu haben. Wer mehr als ein paar Stunden mit den viel gelesenen Blogs zubringt, weiß, dass Alfi seine Brötchen mit dem Geld seiner Eltern bezahlt und daher lieber silberne Teekännchen poliert.

Es ist insofern vollkommen sinnfrei, mit Ihnen weiter einen Diskurs zu führen. Sie wissen nichts vom Thema und sind sich dieser Tatsache nicht einmal bewusst. Machen aber schon hübsch auf dicke Hose. Das passt nicht.

Sebas added these pithy words on Aug 21 06 at 23:24

Also Beruf Sohn. Schade, ich muss mein Geld für meine Familie selber verdienen. Dumm nur, dass ich jeden Tag dazu lerne und Sie das hier alles aufmerksam lesen. Aber vielleicht sind wir ja beide sehr lernfähig, was mich freuen würde.

Frank Huber added these pithy words on Aug 22 06 at 8:19

Ach so noch was: was mich an Don Alphonso noch stört ist sein pseudo-egalitäres Getue, das aber sehr hohl daherkommt. Und auch Sie haben scheinbar keinen sozialphilosophischen Schimmer, sonst hätten Sie sich ja zum Sachthema oben qualifiziert geäußert. Mich stört, dass hier so viel intellektuelle Leichtgewichte rumlaufen und ihren Mund verdammt voll nehmen (”dicke Hose”). Dieses Rumgelaber ist wirklich Zeitverschwendung.

Frank Huber added these pithy words on Aug 22 06 at 8:23

Wie soll man mit jemandem zur Sache reden, der von der Sache nichts versteht? Dieses Rumgelaber ist wirklich Zeitverschwendung.

Sebas added these pithy words on Aug 22 06 at 9:14

Hier auch alles voller 1en und 0en. Zeitverschwendung ist gar kein Ausdruck für das, was hier passiert, das ist ja die reine Internetverschmutzung, Herr Beckstein, schreiten Sie ein!

Dominik added these pithy words on Dec 07 06 at 13:13

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